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Taube

Paratyphus (Salmonellose)

Bedeutung

Paratyphus ist eine häufig unerkannte, aber weit verbreitete Bestandserkrankung, hervorgerufen durch Salmonellen.

Bei der Paratyphuserkrankung der Taube handelt es sich um eine bakterielle Infektion mit Salmonella Typhimurium variatio copenhagen. Insbesondere die Übertragung des Bakteriums auf die Nachkommen über das Brutei bzw. die Kropfmilch infizierter Tauben-Elterntiere wird häufig unterschätzt. Da noch nicht geschlüpfte Taubenküken und Nestlinge auf Salmonelleninfektionen besonders empfänglich sind, sind in diesem Altersbereich die höchsten Schädigungen und Verluste zu erwarten. Ungünstige Haltungsbedingungen und Begleitumstände können hier zu Totalverlusten bei Jungtauben führen oder langwierige Schäden und Leistungsdepression verursachen.

Häufig bewirkt eine Infektion aber auch keine klinischen Symptome, sondern es handelt sich nicht selten um eine latente Infektion des Bestandes. Nach Experteneinschätzung sind mindestens 50% der Taubenschläge betroffen. Untersuchungen der IDT Biologika Tiergesundheit aus dem Jahr 2002 ergaben sogar eine Nachweisrate dieses Erregers bei Ausstellungstieren von 100%.

Ein Rückgang der durch Salmonellen verursachten Gesundheits- und Leistungsprobleme im Bestand ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Da die Bekämpfung der Erkrankung schwierig ist, kommt der Vorbeuge eine herausragende Bedeutung zu.

Krankheitsursachen

Verantwortlich für die Paratyphuserkrankung der Tauben ist das Bakterium Salmonella Typhimurium variatio copenhagen. Es wird in mehr als 95% aller Salmonellosefälle bei Tauben nachgewiesen.

Die Infektion mit Paratyphus erfolgt vorwiegend oral durch die Aufnahme des Erregers über kotverschmutztes Futter, Tränkwasser usw. Die Erregerübertragung ist aber auch über erregerhaltige Staubpartikel, über die Eierstöcke infizierter Täubinnen auf das Brutei und damit auf die Jungtiere ebenso wie über die Kropfmilch möglich.

Die komplizierte Problematik der Salmonellose bei Tauben ergibt sich insbesondere aus der Fähigkeit des Erregers, über Monate im Körper verweilen zu können. Dabei wird der Erreger entweder ständig oder in Zeitintervallen auch von latent infizierten Tauben ausgeschieden.

Eine Neuinfektion ungeschützter bzw. nicht ausreichend geschützter Tauben durch Dauerausscheider ist somit unvermeidlich.

Krankheitssymptome

Bei erwachsenen Tieren sind vielfältige Schäden an verschiedenen Organen zu beobachten (Darm, Gelenke, Gehirn u.a.). Humpeln und Schieffliegen weisen auf Gelenksentzündungen in Ständern und Flügeln hin. Kopfschiefhaltung, Kopfverdrehungen und Orientierungslosigkeit sprechen für zentralnervöse Störungen.

Klinische Symptome einer Paratyphuserkrankung sind außerdem Durchfall sowie im Falle von Gelenksentzündungen geschwollene, schmerzende und vermehrt warme Gelenke an Ständern und Flügeln.

Eine Taube mit Salmonellose zeigt asymptomatische Haltung

Prophylaxe

Für die Gesundheit und die Leistungsbereitschaft von Tauben ist eine konsequente Impfung unerlässlich. Nur so können Taubenbestände vor Infektionen geschützt werden.

Die komplizierte Problematik der Salmonellose bei Tauben ergibt sich insbesondere aus der Fähigkeit des Erregers, über Monate im Körper verweilen zu können. Dabei wird der Erreger entweder ständig oder in Zeitintervallen auch von latent infizierten Tauben ausgeschieden.

Eine Neuinfektion ungeschützter bzw. nicht ausreichend geschützter Tauben durch Dauerausscheider ist somit unvermeidlich.

Generell gilt:

  • Impfungen sollten im Gesamtbestand und nicht nur in einzelnen Nutzungsrichtungen (Reisemannschaft, Ausstellungstiere) oder Altersgruppen (z.B. Zuchtpaare) durchgeführt werden.
  • Nur eine Impfung des gesamten Bestandes entzieht gefährlichen Krankheitserregern die Verbreitungsmöglichkeit und verhindert die Erregerübertragung der Tauben untereinander!
  • Nur mit einer möglichst kompletten Impfdecke (idealerweise 100%) können Infektketten sicher unterbrochen werden!
  • Impfungen sollten rechtzeitig vor der Zucht-, Reise- oder Ausstellungssaison durchgeführt werden!
  • Jungtiere sind gegenüber Infektionskrankheiten besonders empfindlich. Wenn mit Impfungen vorgebeugt werden kann, sollte diese so zeitig wie möglich durchgeführt werden!

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