Tiergesundheit > Service > News > Vom Fisch- zum Säugerherz

Vom Fisch- zum Säugerherz

Mittwoch, Mai 16, 2018
Säugetiere besitzen im Gegensatz zu Fischen zwei Blutkreisläufe, wofür sie auch die Aufteilung des Herzens in jeweils zwei Vorhöfe und Kammern benötigen. Inwieweit diese Entwicklung im Laufe der Evolution bisher stattfand, war bisher unklar, denn die aquatischen Vorläufer der Säugetiere benötigten nur ein Kreislaufsystem. Forscher des Max- Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben durch Untersuchungen am Zebrafisch nun herausgefunden, dass es sich beim Herz des Säugetiers um eine evolutionäre Weiterentwicklung des Fischherzens handelt. Sie konnten dies anhand genetischer Untersuchungen nachweisen. Die Forscher fanden dabei Gene, die besonders für die Ausbildung des linken Teils des Vorhofs der Fische verantwortlich sind. Daraus schließen sie, dass es bereits im Fischherz genetische Unterschiede gibt, die sich auch im Säugerherz wiederfinden. „Eine Reihe von Genen, die für die Eigenschaften des linken Vorhofs des menschlichen Herzens entscheidend sind, sind auch im Zebrafisch nur auf der linken Seite des Vorhofs aktiv“, sagt Sven Reischauer, Gruppenleiter am Max-Planck- Institut. Defekte in einigen dieser Gene können beispielsweise zu sogenannten Septumsdefekten führen, bei denen linke und rechte Herzhälfte nicht vollständig getrennt sind. In ihrer Studie konnten die Max-Planck-Forscher erstmals eine Bildung von Kompartimenten im Vorhof des Fischherzens nachweisen, die mit der Entstehung der beiden Vorhöfe bei den Landwirbeltieren vergleichbar ist. „Als nächstes werden wir weitere Details erforschen, die zur Asymmetrie des Vorhofs beim Fisch führt“, sagt Reischauer.

idw

News Übersicht

Tierarzt
mehr Infos

Landwirt
mehr Infos

Tierhalter
mehr Infos