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Bundesweite Resistenzdaten von tierischen Krankheitserregern aktualisiert

Donnerstag, Oktober 11, 2018
Das Nationale Monitoringprogramm GERM-Vet, welches seit 2001 tierische Krankheitserreger auf ihre Resistenz gegenüber antibiotischen Wirkstoffen testet, hat aktuelle Daten herausgegeben. Auf 128 Seiten können sich etwa Tierärzte im Hinblick auf geeignete Therapieoptionen informieren, auch werden die Daten für die Zulassung von Tierarzneimitteln genutzt. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat dafür 2427 Stichproben separat nach Tierart und Indikation ausgewertet. Der Stichprobenplan wurde unter Berücksichtigung der Vorjahresdaten erstellt. Labore aus allen Bundesländern, bis auf Hamburg, Bremen und dem Saarland, sammelten dafür Keime von Rindern, Schweinen, Geflügel, Kleintieren, Pferden, Fischen, sowie kleinen Wiederkäuern, welche zwischen April 2016 bis März 2017 klinisch erkrankten, jedoch zum Zeitpunkt der Probennahme noch nicht antibiotisch behandelt worden waren. Die Testung auf 24 verschiedene Antibiotika ergab beispielsweise im Kleintierbereich hohe Resistenzraten für Ampicillin (37 Prozent), Tetracyclin (27 Prozent) und Enrofloxacin beziehungsweise Marbofloxacin (21 Prozent). Bei den Nutztieren wurden sehr hohe Resistenzraten bei E. coli und Staph. aureus, Erregern von Darm- beziehungsweise Hauterkrankungen, gefunden (bis zu 87 Prozent). Die Resistenzrate gegenüber neueren Cephalosporinen und Fluorchinolonen – beides Reserveantibiotika für die Humanmedizin – waren ebenfalls hoch. MRSA zeigten sich gehäuft beim Schwein (67 Prozent). Beim Geflügel ist der Wert für den Septikämieerreger Staph. aureus (66 Prozent) herausragend. Erfreulich gering ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten resistenter Keime bei Atemwegserkrankungen bei Rindern und Kleintieren (maximal 15 Prozent) und Euterentzündungen bei Milchkühen. Hier lag der Wert bei maximal 18 Prozent. Bedenklich ist jedoch eine Resistenzrate von 76 Prozent gegen Tetrazykline bei Enterococcus faecalis und Streptococcus spp. Besonderes Augenmerk galt auch der Zunahme an ESBL- Bildnern, welche Resistenzen gegen Cephalosporine bedingen.

BVL
VetMAB - Antibiotikaminimierung in der Veterinärmedizin

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