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Die Sorge vor einem Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest hat die Bundesregierung dazu bewogen, Änderungen am Tiergesundheitsgesetz und am Bundesjagdgesetz zu beschließen, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilt. Die Änderungen sollen helfen im Fall eines Ausbruchs, die Seuche schnell und effektiv zu bekämpfen. So wird den Behörden die Möglichkeiten gegeben, bestimmte Gebiete vollständig abzuriegeln und auch den Personen- und Fahrzeugverkehr einzuschränken. Dazu gehört auch, dass die Nutzung bestimmter landwirtschaftlicher Nutzflächen untersagt werden kann. Dies kann z.B. ein Ernteverbot sein, so dass die Wildschweine beim Ernten nicht aus dem Gebiet vertrieben werden. Zudem soll es den Behörden ermöglicht werden, vermehrt nach verendeten Wildschweinen zu suchen, um so das Infektionsrisiko für gesunde Wildschweine zu reduzieren. Auch können die Behörden eine verstärkte Bejagung durchführen lassen und dabei auch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten mit der Jagd beauftragen. Zudem soll den Ländern über das Bundesjagdgesetz die Möglichkeit gegeben werden, die Bejagung auch innerhalb der Schonzeiten durchführen zu lassen, wenn es aus Tierseuchenbekämpfungsaspekten notwendig ist. Dazu Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): "Ziel ist es, im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest, schnell Maßnahmen ergreifen zu können, um eine Verbreitung zu verhindern. Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland. Es besteht allerdings nach wie vor die Gefahr, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wird. Dies hätte, neben den Auswirkungen auf die Tiere, schwere wirtschaftliche Folgen. Deshalb steht Prävention für mich an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten an Tank- und Rastplätzen. Wenn es aber zu einem Ausbruch kommt, müssen wir schnell und effektiv reagieren können, damit sich die Tierseuche nicht ausbreitet, zum Beispiel indem betroffene Gebiete abgesperrt werden. Mit der Anpassung des Tiergesundheitsgesetzes schaffen wir dafür kurzfristig die rechtlichen Möglichkeiten. Diese Maßnahmen könnten auch bei anderen Wildseuchen angewendet werden."

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auch weiterhin in Osteuropa sehr aktiv, wie aus dem aktuellen Radar Bulletin des Friedrich- Loeffler-Instituts (FLI) hervorgeht. Dabei sind nicht nur Wildschweine betroffen. Polen hat Mitte Mai nach einigen Wochen Pause wieder einen Fall in in einem Hausschweinebestand gemeldet. Darauf folgte zwei weitere Meldungen über Ausbrüche bei Hausschweinen in zwei weiteren Bezirken. Daneben ist das Virus weiterhin bei Wildschweinen aktiv. Vom 1. bis 29. Mai wurden insgesamt 273 Fälle aus Rumänien (1), Polen (135), Ungarn (6), Litauen (100), Lettland (29) und Estland (2). Betroffen waren insgesamt 566 Wildschweine. Das FLI verweist darauf, dass ein Ausbruch der Tierseuche in Deutschland verheerende Folgen für die Tiergesundheit und den Handel hätte. Das erste Auftreten des Virus in Ungarn verdeutlicht, dass die größte Gefahr des Eintrags nach Deutschland von der Einfuhr und Entsorgung bzw. Verfütterung viruskontaminierter Schweine- oder Wildschweinefleischprodukte ausgeht. Deshalb müssen die verschiedenen Zielgruppen intensiv über die Risiken aufgeklärt werden. Das BMEL hat dafür entsprechende Broschüren u.a. für Jäger, Landwirte und Anbieter von Jagdreisen verfasst.

Radar Bulletin Mai 2018
Das Vordringen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) führt in vielen Ländern zu Überlegungen, wie man sich vor dem Virus schützen kann. In Dänemark wird derzeit über die Errichtung eines Zauns an der Grenze zu Deutschland nachgedacht. Hierdurch sollen Wildschweine daran gehindert werden, nach Dänemark zu gelangen. Beim deutschen und dänischen Landesverband des WWF hält man dies grundsätzlich für keine gute Idee. Denn Wildschweine sind schlau genug, die Lücken im Zaun, die z.B durch Straßen vorhanden sind, zu finden und so doch die Grenze "illegal" zu überwinden. Auch weist der WWF daraufhin, dass die größere Gefahr bei der Verbringung des Virus wohl aktuell eher vom Menschen als vom Wildschwein ausgeht. Zudem stellt der Bau eines Zauns Gefahren für die Umwelt dar. Hierdurch würden miteinander verbundene Schutzgebiete und somit auch Tierpopulationen getrennt, was negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Populationen und auf die Schutzgebiete haben kann.

WWF
Durch eine weitere Registrierungsphase, die die Initiative Tierwohl zu Beginn des Monats gestartet hat, können sich Schweinehalter jetzt bis zum 6. Juli 2018 über einen Bündler registrieren lassen, welcher auf einer auf der Internetseite www.initiative-tierwohl.de hinterlegten Liste ausgewählt und ab sofort kontaktiert werden kann. Es können Landwirte teilnehmen, die Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und/oder Mast betreiben. Den Termin für den Teilnahmestart können die Schweinehalter zwischen dem 1. Oktober 2018 und dem 28. Februar 2019 beliebig wählen. Doch müssen bis dann unbedingt alle Wahlkriterien und Grundanforderungen erfüllt sein, die zudem wenigstens zweimal im Jahr durch Audits kontrolliert werden. „Die Initiative Tierwohl wächst weiter, und wir verfolgen weiter konsequent den Ansatz, ein Angebot für möglichst viele Tierhalter zu geben.“, sagt der Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, Dr. Alexander Hinrichs, zufrieden. Sollte die Zahl der registrierten Schweinehalter das Budget übersteigen, muss das Zufallsprinzip entscheiden.

Initiative Tierwohl
Der Bundesverband der beamteten Tierärzte fordert ein eindeutiges Bekenntnis der Agrarministerkonferenz zu erweiterten veterinärrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten hinsichtlich der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Noch vor der parlamentarischen Sommerpause müsse es rechtliche Nachbesserungen zur Bekämpfung der ASP geben, so der Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT), Holger Vogel. „Die ASP wird die zuständigen Behörden vor bisher in der Seuchenbekämpfung nicht gekannte Probleme stellen.“ Dies gelte vor allem bei einem Ausbruch bei Wildschweinen, da das deutsche Tiergesundheitsrecht zu sehr auf die Seuchenbekämpfung bei Haustieren zugeschnitten sei. Bei der Bekämpfung der Wildschweinepest sollten die rigiden Maßnahmen Tschechiens als Beispiel dienen. Dort war die Hochrisikozone von wenigen Dutzend km2 durch Umzäunung abgeschottet worden, um ein Auswandern der Wildschweine in bisher freie Gebiete zu verhindern. Das Betreten dieser Zone wurde untersagt und die Wildschweine in der Zone wurden durch Hinzuziehung von Polizeikräften ausgemerzt. Nur so gebe es überhaupt eine realistische Chance der Seuchentilgung bei Wildschweinen.

BbT
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Ungarn angekommen. Sie wurde erstmals am 21. April 2018 bei einem Wildschwein im Landesinneren in der Region Heves nachgewiesen. Da es nach wie vor keine Fälle bei Wildschweinen in einer der Überwachungszonen im Grenzgebiet zu Polen oder der Ukraine gibt, gehen Experten davon aus, dass weggeworfene und mit dem Virus kontaminierte Lebensmittel die Eintragsquelle für das Virus waren. Das betroffene Gebiet wurde inzwischen zur Sperrzone erklärt. Nun werden hier die Wildscheine sehr intensiv bejagt und ein Wildschweinemonitoring eingeführt werden.

OIE
Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt seit dem 1. April 2018 die Gebühren für die Trichinen-Untersuchung bei Wildschweinen. Dies gilt zumindest für die Landkreise und die kreisfreien Städte. Die Kommunen werden zudem gebeten, bis Ende des Jahres keine Gebühren für diese Untersuchung von den Jägern und Jägerinnen zu erheben. Wie Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, erklärt, erfolgt diese Maßnahme, damit die Jäger verstärkt Wildschweine bejagen. Hiermit soll die Population reduziert werden und somit auch das mögliche Ausbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) minimiert werden. Zudem will man Anreize setzen, die Bejagung auch dann aufrecht zu erhalten, wenn die Preise auf Grund eines steigenden Wildangebotes sinken.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Im März 2018 wurden in den betroffenen europäischen Ländern deutlich mehr Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nachgewiesen als noch im Februar. Wie aus dem Radar Bulletin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hervorgeht, wurden in Europa im März insgesamt 523 Meldungen mit 1.128 Individuen registriert. Im Februar waren es dagegen nur 354 Meldungen mit 716 Tieren. Besonders stark betroffen war im März Polen, wo 302 Fälle mit insgesamt 646 Tieren nachgewiesen worden waren. Auch bei Hausschweinen wurden im März wieder Fälle aus Osteuropa gemeldet. So wurde das Virus in einem Mastbetrieb mit mehr als 600 Schweinen in Polen nachgewiesen, der sich in der Nähe zur ukrainischen und weißrussichen Grenze befindet. Das Risiko, dass das Virus nach Deutschland verbracht werden kann, wird vom FLI weiterhin als hoch eingeschätzt. Dazu trägt auch bei, dass in der Ukraine betroffene Hausschweine außerhalb des Betriebes illegal entsorgt wurden. Dies erhöht das Risiko, dass das Virus verbracht werden kann.

FLI
Polen hat 171 neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen an die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet. Die Fälle wurden bei Wildschweinen identifiziert, die zwischen dem 2. und 14. März beprobt worden waren. Auch im Bereich westlich der Hauptstadt Warschau wurden diverse neue Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen.

OIE
In der Heimvolkshochschule am Seddiner See hat der Brandenburgische Landwirtschaftsminister Stefan Ludwig am Mittwoch verkündet, dass das Land gut auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorbereitet sei. Minister Ludwig erklärte auf der ASP-Infoveranstaltung: „Die Verhinderung der Einschleppung und die Früherkennung eines möglichen Falles der Afrikanischen Schweinepest haben höchste Priorität. Um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein, sind die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen vorbereitet. Für eine effiziente Bekämpfung von Tierseuchen ist es entscheidend, schnell und zuverlässig zu wissen, wo die Seuche ausgebrochen ist und wo ein Verdacht entkräftet werden kann. Nur dies ermöglicht ein unverzügliches Handeln der Veterinärbehörden“, so Ludwig. Der Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes wurde zudem um zwei Tierarztstellen ergänzt. Außerdem gibt es bereits seit längerem ein Monitoring-Programm zur ASP. Damit dies funktioniert, werden Jägern Aufwandsentschädigungen für die Probennahme bei tot aufgefundenen Wildschweinen von 30 € pro Tier gezahlt. Zudem werden mobile Wildsammelstellen und Ausrüstungen für die Beseitigung von Schwarzwildkadavern vom Land beschafft. Als wichtigste Schutzmaßnahme bezeichnete Ludwig jedoch die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen.

Landwirtschaftsministerium Brandenburg

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