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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Osteuropa weiter aus. Einer der Faktoren, die für die Ausbreitung große Bedeutung haben, ist der Umgang mit den Wildschweinen sowohl im Rahmen eines Ausbruchs als auch bereits vorher im Rahmen der Prophylaxe. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ein Gutachten veröffentlicht und darin die verschiedenen Maßnahmen bewertet. Dabei stellt die EFSA fest, dass es nicht möglich ist, einen Schwellenwert hinsichtlich der Besatzdichte einer Region anzugeben, ab dem die Tiere das Virus nicht mehr weiterverbreiten. Das Virus hatte es geschafft, auch in Regionen heimisch zu werden, in denen nur eine geringe Besatzdichte mit Wildschweinen vorhanden ist. Im Rahmen der Früherkennung hält die EFSA die Meldung tot aufgefundener Wildschweine für eine der wichtigsten Maßnahmen. Die Kontrolle der Wildschweinepopulation sollte grundsätzlich durchgeführt werden. Dazu gehören die intensive Bejagung und die Vermeidung der Fütterung von Wildschweinen. Differenziert betrachtet werden muss dies aber, wenn die Seuche in einem Gebiet ausgebrochen ist. Dann sollten z.B. Treibjagden nicht mehr durchgeführt werden, da die Tiere sich dann verstärkt bewegen und vielleicht versuchen, in andere Gebiete zu entkommen.

EFSA
Seit einiger Zeit ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Rumänien aktiv. Allerdings war die Erkrankung bisher auf den Osten des Landes in der Nähe zur Grenze zur Ukraine beschränkt. Aktuell wurde der erste Fall an die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet, der im Westen des Landes registriert wurde. Der betroffene Betrieb liegt in unmittelbarer Nähe zur ungarischen Grenze im Westen Rumäniens im Kreis Bihor. In Ungarn ist das Virus der ASP auch aktiv und es waren auch Fälle gemeldet worden, die in der Nähe zur rumänischen Grenzen nachgewiesen worden waren.

OIE
Ein internationales Konsortium unter Leitung des britischen Pirbright Institute haben eine Förderung in Höhe von 5,6 Millionen Euro zur Erforschung von Afrikanischer Schweinepest (ASP) und Lumpy Skin Disease (LSD) aus den Fördertöpfen der EU erhalten. An dem Konsortium sind insgesamt 31 Partner aus der EU und auch Ländern wie Russland, Kanada, Israel, Aserbeidschan, Südafrika und Australien beteiligt, wie "The Pig Site" berichtet. Beide Erkrankungen stellen Bedrohungen für die Tierbestände dar. Während die Afrikanische Schweinepest aktuell in Osteuropa grassiert, ist die Lumpy Skin Disease vor kurzem erstmals auf dem europäischen Festland nachgewiesen worden. Die Forscher wollen erforschen, was die Ausbrüche vorantreibt und darauf basierend neue Diagnostiktools und Impfstoffe entwickeln. Zudem will man eng mit Entscheidungsträgern in der Politik zusammenarbeiten, um qualifizierte und schnelle Reaktionen im Falle eines Ausbruches zu gewährleisten.

The Pig Site
Die Bundesländer bereiten sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Nach Schleswig-Holstein hat auch Nordrhein-Westfalen in dieser Woche eine entsprechende Tierseuchenübung durchgeführt, wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mitteilt. Der Kreis Recklinghausen und der Rheinisch Bergische Kreis haben zeitgleich Krisenübungen durchgeführt. Die Mitarbeiter der Kreise wurden dabei von Expertinnen und Experten des Umweltministeriums, des Landesumweltamtes und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich unterstützt. Das Landestierseuchenkontrollzentrum Nordrhein- Westfalen war ebenfalls an der Übung beteiligt. Das Ziel dieser gemeinsamen Krisenübung war das Training eines koordinierten und aufeinander abgestimmten Vorgehens aller Beteiligten. Dabei sollten infizierte Wildschweinkadaver unmittelbar und rechtzeitig aus dem Ausbruchsgebiet entfernt werden. Im Rheinisch Bergischen Kreis wurde zum Auffinden der Kadaver eine Menschenkette aus 35 Einsatzkräften gebildet. Im Kreis Recklinghausen wurden zudem die Biosicherheitsmaßnahmen beachtet. Dazu wurde der Aufbau einer Hygieneschleuse für Fahrzeuge und die Abriegelung des Gebietes durch einen Zaun geprobt.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest effektiv bekämpfen zu können, haben CDU/CSU und SPD dem Deutschen Bundestag einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Darin geht es für die Behörden um Erleichterungen bei der Gebietsabsperrung, der Beschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs oder der Suche nach toten Wildschweinen zum Schutz von gesunden Tieren. Außerdem wurden Änderungen des Bundesjagdgesetzes dahingehend gefordert, dass die Schonzeiten für Wildschweine in Ausnahmefällen ausgesetzt werden können. Auf Grund des Näherrückens der ASP sehen die Parteien dringenden Handlungsbedarf.

Deutscher Bundestag
In Schleswig-Holstein haben das Umweltministerium, mehrere Landkreise, das Landeslabor, die Jägerschaft und die Landesforsten eine gemeinsame Notfallübung zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) durchgeführt. Um sich auf einen möglichen Ausbruch der Tierseuche vorzubereiten, wurde in den Landkreisen Segeberg und Herzogtum- Lauenburg ein fiktiver ASP-Ausbruch bei einem Wildschwein simuliert. Seitens der beteiligten Behörden und der Einsatzkräfte vor Ort erforderte dies eine schnelle Umsetzung umfangreicher Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen. "Schleswig- Holstein muss für den Ernstfall gerüstet sein. Gerade mit Blick auf die ASP-Situation in Europa ist dieses behördenübergreifende Training eines gemeinsamen Krisenmanagements von größter Wichtigkeit. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Die Bekämpfung der Seuche im Falle eines Ausbruchs in einer Wildschweinpopulation ist besonders anspruchsvoll und erfordert eine gute Einbindung und Abstimmung aller Beteiligten“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen). Simuliert wurde in beiden Landkreisen der Ausbruch der Seuche bei einem Wildschwein. Nachfolgend wurden Suchteams gebildet, die Wildschweinkadaver suchen und bergen mussten. Zudem wurde geübt, dass, wie im Seuchenfall vorgesehen, das Gebiet um den Fundort entsprechend eingezäunt wird.

Schleswig-Holstein.de
Seit 100 Tagen ist Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im Amt und hat dies dazu genutzt, eine erste Bilanz zu ziehen. Dabei wurden zu verschiedenen Themen jeweils die Fragestellung, das Ziel, das Erreichte und die noch anstehenden Punkte aufgelistet. Im Bereich des Bienenschutzes wiest das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) darauf hin, dass der Einsatz der für Bienen toxischen Neonikotinoide untersagt wurde. Ein wichtiges Thema ist auch die Tierseuchebekämpfung und hier das Risiko des Eintrags der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Osteuropa. Hierzu wurden das Tiergesundheitsgesetz sowie das Bundesjagdgesetz geändert. Hiermit soll sichergestellt werden, dass man vorbeugend alle notwendigen Maßnahmen insbesondere auch zur Reduzierung der Wildschweinebestände durchführen kann und im Fall eines Ausbruchs in Deutschlands bestmöglich reagieren und die Weiterverbreitung möglichst unterbinden kann. Zudem weist das BMEL daraufhin, dass man Maßnahmen unternommen habe, ein staatliches Tierwohllabel einzuführen. Denn laut Umfragen wünschen sich hier rund 80 Prozent der Verbraucher eine staatliche Kennzeichnung und 90 Prozent wären bereit, für Tierwohl mehr Geld auszugeben. Von einem staatlichen Tierwohllabel erhofft man sich eine höhere Akzeptanz als sie für Label privater Initiativen gegeben wären.

BMEL
Die Kontrolle der Wildschweinebestände gilt als eine wichtige Maßnahme im Rahmen der Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Deshalb hatte Mecklenburg-Vorpommern für das Jagdjahr 2017/18 das Ziel gesetzt, mindestens 80.000 Wildschweine zu erlegen. Dieses Ziel wurde mit fast 86.000 erlegten Wildschweinen erreicht. „Das ist ein Erfolg, der auf der großartigen Teamarbeit von Jägern, Landwirten, Veterinären und der Landesforstanstalt basiert“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD). Ende 2017 hatte Mecklenburg-Vorpommern ein mit zwei Millionen Euro ausgestattetes Schwarzwildmaßnahmenpaket beschlossen. Damit soll der seit zehn Jahren steigende Schwarzwildbestand angesichts der Gefahr des Eintrags der ASP reduziert werden. Das Paket enthält neben Festlegungen zum Aussetzen des Drückjagdverbotes, des Jagdverbotes in Schutzgebieten oder zur Aufhebung der Jagdbeschränkungen für Bachen ohne gestreifte Frischlinge und geringgewichtige Jungwildschweine auch finanzielle Anreize für die Jägerschaft. Vom 1. Dezember 2017 bis zum 15. Juni 2018 wurden bereits über 720.000 Euro Aufwandsentschädigungen an die Jäger ausgezahlt. Das Aufwandsentschädigungsprogramm wird zunächst bis zum 31. März 2019 fortgeführt.

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern

ASP nun auch in Rumänien

Freitag, 15. Juni 2018
Im Juni 2018 hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein weiteres europäisches Land erreicht. Nun wurden auch in Rumänien erstmals Fälle der ASP nachgewiesen. Betroffen sind laut Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) zehn Hinterhofhaltungen sowie drei Wildschweine. Alle Fälle stammen aus einem eng begrenzten Gebiet im Osten des Landes in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Grenze. Dort grassiert das Virus, ebenso wie in dem ebenfalls benachbarten Moldavien, bereits seit längerem.

OIE
Das dänische Parlament hat dem Bau eines Schutzzauns an der deutsch-dänischen Grenze zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zugestimmt. Der Schutzzaun soll verhindern, dass Wildschweine von Deutschland nach Dänemark gelangen und möglicherweise das Virus der ASP nach Dänemark eintragen. Der Zaun soll dabei eine Höhe von 1,5 Metern haben und zusätzlich 50 Zentimeter tief in den Boden reichen, um zu verhindern, dass sich die Tiere unter dem Zaun durchgraben. Allerdings gab es auch Stimmen, die den Plan kritisch bewerteten. So könnten die Wildschweine immer noch Dänemark erreichen, indem sie über das Wasser kommen. Außerdem ist bisher in Deutschland noch kein Fall der ASP aufgetreten.

cphpost.dk

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