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Schwein

Salmonelleninfektion

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Bedeutung

Salmonelleninfektionen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier dar. Beim Menschen zählen Lebensmittelvergiftungen durch Salmonellen nach dem Infektionsschutzgesetz zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Diese Bakterien sind zwar größtenteils auf eine Tierart spezialisiert, dennoch besitzen einige das Potenzial, auch auf andere Tierarten und/oder den Menschen übertragen zu werden.

Insbesondere Salmonella Typhimurium (STM) besitzt dieses sogenannte „zoonotische“ Potenzial, also die Fähigkeit verschiedene Tierarten und den Menschen zu infizieren. STM ist einer der Hauptverursacher menschlicher Magen-Darm-Erkrankungen. Dieser Erreger konnte sich zunehmend in Schweinebeständen verbreiten und ist mittlerweile der am häufigsten nachgewiesene Serovar (Salmonellen-Typ).

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Schutzmaßnahmen für den Verbraucher sollten daher schon am Anfang der Produktionskette ansetzen.

Eine mögliche Schutzmaßnahme ist die Impfung der Sauen und Ferkel mit dem Lebendimpfstoff gegen STM von der IDT Biologika. Sie kann die Erregerausscheidung und damit den Infektionsdruck deutlich und nachhaltig reduzieren und somit die Übertragung einschränken.

Krankheitsursachen

Salmonellen sind sehr weit verbreitete und widerstandsfähige Bakterien, die auf verschiedensten Wegen in den Stall gelangen. Dort können sie längere Zeit überdauern und Schweine infizieren.

Insgesamt werden unter den Salmonellen über 2.400 sogenannte „Serovare“, also Salmonellen-Typen unterschieden, von denen zwei als schweinespezifisch anzusehen sind: Salmonella Choleraesuis und Salmonella Typhisuis. Durch groß angelegte Impfaktionen in der Vergangenheit konnten diese Typen nahezu vollständig verdrängt werden und spielen aktuell in Deutschland keine Rolle mehr.

Von den übrigen Salmonellenarten ist vorrangig Salmonella Typhimurium wichtig. Dieser nicht Spezies-spezifische Erreger hat sich zunehmend in den Schweinebeständen verbreitet und ist mittlerweile das am häufigsten nachgewiesene Serovar. Mehr als 20% der der Zuchtbetriebe sind betroffen.

Risiken für die Einschleppung in den Bestand

S. Choleraesuis und S. Typhisuis werden zumeist durch Zukauf in den Bestand eingeschleppt. S. Typhimurium kann zusätzlich auf anderen Wegen in den Bestand eingetragen werden:

  • Schadnager
  • Vögel
  • Hunde und Katzen
  • Wildtiere
  • Unbelebte Vektoren, wie verunreinigtes Futter, Stiefel, Kleidung, Geräte und Fahrzeuge

Außenbereich eines Stalles auf dem Bauernhof mit Arbeitsgeräten

Krankheitssymptome

In der Mehrzahl der Fälle verläuft die Infektion mit Salmonella Typhimurium (STM) bei Schweinen ohne klinische Symptome. Es handelt sich also um eine latente Infektion. Die Erreger ziehen sich in die Darmlymphknoten und andere Organe zurück. Bei eintretenden Stresssituationen können sie sich wieder vermehren und werden dann auch ausgeschieden. Entsprechend stellen diese infizierten Tiere eine ständige Ansteckungsgefahr dar.

Unter Umständen kann es auch zu einer Salmonellose mit klinischen Formen kommen und zu einem existenzbedrohenden Problem für den landwirtschaftlichen Betrieb werden.

Die gefährlichste Form ist die septikämische Form. Hierbei gelangen die Salmonellen in den Blutkreislauf betroffener Tiere. Klinisch hat sie anfangs Ähnlichkeit mit der Ödemkrankheit der Ferkel, verläuft aber mit Fieber. Betroffen sind vor allem Absatzferkel, aber auch ältere Mastschweine und Zuchttiere.

Im Falle eines perakuten Verlaufs werden plötzliche Todesfälle festgestellt.

Akute Infektionen gehen mit blauroten Verfärbungen, u.a. an den Ohrmuscheln, der Rüsselscheibe und der Bauchdecke einher. Nach drei bis vier Tagen sind gelbgraue, wässrige Durchfälle zu beobachten. Eine pumpende Atmung lässt auf eine Lungenbeteiligung schließen. Die Sterblichkeitsrate kann weit über 20% steigen. Trächtige Sauen abortieren häufig.

Die chronische Darmform ist gekennzeichnet durch unspezifischen, breiig bis blutigen Durchfall. Weitere Folgen sind chronischer Husten und vermehrtes Kümmern.

Eine Gruppe schlafender Schweine im Stall

Diagnostik

Ob Salmonellen in einem Bestand mit klinischen Symptomen vorkommen oder eine latente Erkrankung vorliegt, kann über die Isolierung des Erregers nachgewiesen werden. Da Salmonellen nicht dauerhaft ausgeschieden werden, eignet sich hier besonders die Untersuchung mehrerer Sammelkotproben aus verschiedenen Buchten. Ergänzt werden kann ein Screening des Bestandes durch Wischproben von Boden und Umgebung, um Verschleppungswege und besonders belastete Bereiche in den Stallungen ausfindig zu machen.

Für die Überprüfung von Sauenbeständen auf Salmonellen kann auf den serologischen Antikörpernachweis im Blut oder den bakteriologischen Nachweis in ileozäkalen Lymphknoten am Schlachthof zurückgegriffen werden.

Diagramm mit der nachgewiesenen Salmonellen Prävalenz bei Schweinen bis 26 Wochen

Ab­bil­dung: Ver­lauf der In­fek­ti­on – Se­ro­lo­gie (nach Kran­ker et al. 2003)

Behandlung

Generell sollten nur erkrankte Schweine mit klinischen Symptomen mit Antibiotika therapiert werden.

Eine antibiotische Behandlung chronisch oder latent infizierter Tiere ist aufgrund der andauernden Erregerausscheidung nach Absetzen der Antibiose abzulehnen.

Im Fokus der Behandlung steht die Gabe eines geeigneten Antibiotikums nach Resistenztest. Eine Bestandsbehandlung führt jedoch nicht zur Salmonellenfreiheit eines Bestandes. Die Erreger werden auch von latent infizierten Tieren immer wieder ausgeschieden.

Schutzmaßnahmen

Zur Senkung der Erregerausscheidung und somit des Infektionsdrucks in einem Bestand eignet sich am besten die Impfung von Sauen (subkutan!) und Ferkeln (zweimalig oral, ab dem dritten Lebenstag) mit dem Lebendimpfstoff der IDT Biologika.

Das Ziel der Impfung ist bei Sauen, die Ausscheidung von Salmonella Typhimurium-Feldstämmen während der Säugezeit zu verhindern bzw. zu reduzieren. Dadurch wird der Infektionsdruck für die Ferkel verringert. Der Impfschutz der Sau ist spätestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung ausgebildet und hält mindestens 24 Wochen an.

Das Ziel der Ferkelimpfung ist die Reduktion der Erregerprävalenz und der Erregerausscheidung und damit der Schutz der Verbraucher vor Salmonellosen. Der Impfschutz der Ferkel hält nach der zweiten Impfung für mindestens 19 Wochen an.

Tierarzt impft ein Ferkel gegen Salmonelleninfektion mit dem Impfstoff der IDT Biologika

Videos

Hier finden Sie Video-Beiträge zur Salmonellose mit Prof. Dr. Hans-Joachim Selbitz, dem ehemaligen Leiter der Forschung und weiterhin wissenschaftlichen Berater der IDT Biologika.

Die Geschichte der Entwicklung der Salmonellenimpfstoffe der IDT Biologika

Das Salmonelleninfektionsgeschehen beim Schwein

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