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Durchfallerkrankungen

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Bedeutung

Durchfallerkrankungen verursachen bei Saugferkeln erhebliche wirtschaftliche Verluste. Impfungen können diese reduzieren.

Die Haupterreger von Durchfallerkrankungen bei Saugferkeln sind Escherichia (E.) coli, Clostridium (Cl.) perfringens Typ C und zunehmend auch Typ A. Unterschieden werden die Colidiarrhoe, die Nekrotisierende Enteritis und die Cl. perfringens Typ A-Infektion.

Diese Erkrankung wird durch enterotoxische E. coli Bakterien, auch ETEC genannt, hervorgerufen. Von E. coli sind bisher mehr als 1.000 verschiedene Serotypen bekannt. Die meisten E. coli-Stämme sind harmlose Bewohner des Dünn- und/oder Dickdarmes. Nur die Vertreter, die zur Anheftung an das Darmepithel und zugleich zur Toxinbildung befähigt sind, stellen primär Durchfall auslösende Stämme dar. Sie werden anhand ihrer Oberflächenstrukturen unterschieden.

Junge Ferkel auf Streu. Die Krankheit tritt bei ihnen häufig in den ersten Tagen auf.

Folgende, mit Darminfektionen einhergehende und durch E. coli verursachte Erkrankungen sind:

  • Coliruhr (Neugeborenendiarrhoe)
  • Durchfall der Absatzferkel

Coliruhr

Die Coliruhr tritt vor allem bei Ferkeln innerhalb der ersten Lebenstage auf und ist durch profusen, gelbweißen Durchfall gekennzeichnet. Die Ferkel versuchen, den enormen Flüssigkeitsverlust durch vermehrte Milchaufnahme auszugleichen. Daher bleibt die Sauglust lange erhalten.

Der Erreger wird oral aufgenommen, passiert den Magen aufgrund der noch geringen Magensäure unbeschadet und gelangt ins Dünndarmlumen. Wenn sich die Bakterien dort an die Darmwand anheften, werden Enterotoxine freigesetzt, die eine Umkehr des Flüssigkeitsstromes durch ein intaktes Darmepithel bewirken. Die Folge ist eine sogenannte sekretorische Diarrhoe, die durch dünnflüssigen bis wässrigen Kot gekennzeichnet ist. Als Todesursache ist stets der extrem hohe Flüssigkeits- und Elektrolytverlust anzusehen. Die Sterblichkeit kann bei der Coliruhr ohne schnellen Flüssigkeitsausgleich erheblich sein. Bei älteren Ferkeln (bis zum Absetzalter) ist ein milderer Verlauf zu erwarten. Es ist fast immer der gesamte Wurf betroffen.

Infektionsquellen sind verschmutzte und feuchte Abteile, der Kot der Muttersau sowie die Ausscheidungen bereits an Durchfall erkrankter Wurfgeschwister.

Akut erkrankte Ferkel benötigen ausreichend Flüssigkeit sowie elektrolythaltige Ergänzungsfuttermittel. Weiterhin muss ein Auskühlen der Tiere verhindert werden. Wichtig ist somit ein warmes Ferkelnest. Die antibiotische Behandlung muss abgewogen und anhand eines Resistenztests verifiziert werden.

Zum Schutz gegen die Coliruhr hat sich die Muttertierschutzimpfung bewährt.

Junge Ferkel auf Streu. Die Krankheit tritt bei ihnen häufig in den ersten Tagen auf.

Die IDT Biologika Tiergesundheit bietet hierfür verschiedene Mono- und Kombiimpfstoffe an. Sie schützen die Ferkel nach Aufnahme von ausreichend Kolostrum nach der Geburt vor E.coli-bedingte Durchfälle und/oder induzieren einen Schutz vor Cl. perfringens Typ C bzw. Typ A.

Die Herstellung eines bestandsspezifischen Impfstoffes ist angezeigt, wenn E.coli-Stämme ermittelt werden, die nicht in kommerziell erhältlichen Impfstoffen enthalten sind.

Zusätzlich zur Muttertierimpfung empfiehlt sich das Monitoring der Hygienebedingungen im Betrieb.

Nekrotisierende Enteritis

Neben E. coli bedingten Durchfällen spielt auch Cl. perfringens Typ C bei Saugferkeldurchfällen eine Rolle. Die Erkrankung wird als Nekrotisierende Enteritis (NE), bezeichnet und ist gekennzeichnet durch eine hohe Morbidität und Mortalität. Entsprechend groß sind die ökonomischen Verluste der Ferkelerzeuger. Der Erreger gelangt durch den Zukauf latent infizierter Zuchtsauen oder in Einzelfällen auch über das Futter in die Bestände.

Die Erreger werden von klinisch gesunden Sauen mit dem Kot ausgeschieden. Ferkel infizieren sich häufig schon kurz nach der Geburt am kotverschmutzten Gesäuge. Die Erkrankung ist also oftmals von besonderen Belastungen und einem erhöhten Infektionsdruck abhängig. Gerade in den ersten Lebenstagen sind die Ferkel besonders empfänglich für die Infektion.

Clostridium perfringens Typ A-Infektionen

In den letzten Jahren konnte bei Saugferkeln mit Durchfall immer häufiger der Erreger Cl. perfringens Typ A isoliert werden. Diese Infektion wird in dieser Altersgruppe mittlerweile am häufigsten nachgewiesen, tritt aber selten als Monoinfektion in Erscheinung. Auch hier können Infektionen zu großen wirtschaftlichen Einbußen führen.

Die Cl. perfringens Typ A-Infektion ist gekennzeichnet durch das Auftreten von milden Durchfällen in den ersten Lebenstagen. Selten können auch Probleme bei Absetzferkeln entstehen. Der Durchfall ist bedingt durch die beiden Partialtoxine α und ß2 von Cl. perfringens Typ A. Beide Toxine verursachen das einheitliche klinische Bild des Typ A assoziierten Durchfalls und haben einen additiven Effekt.

Säugendes Ferkel. Die Ansteckung mit Cl. perfringens erfolgt häufig am kotverschmutztem Gesäuge

Die Morbidität kann dabei hoch sein, die Mortalität ist aber im Gegensatz zur NE meistens gering. Schwerere Krankheitsverläufe lassen sich häufig im Zusammenhang mit anderen Infektionen der Saugferkel (ETEC, Kokzidien, Rota- und Coronaviren) nachweisen.

Zum Schutz der Ferkel eignet sich die Muttertierimpfung mit einem Impfstoff der IDT Biologika Tiergesundheit gegen enterotoxische E.coli und C. perfringens Typ A.

Neben guter Hygiene und einer korrekten Vakzinierung der Sauen, ist die Aufnahme von ausreichend Biestmilch unmittelbar nach der Geburt entscheidend bei der Prophylaxe gegen Durchfallerkrankungen bei Saugferkeln.

Denn nur in der Milch befinden sich die Antikörper, welche den ersten Schutz des Ferkels gegen E.coli und Cl. perfringens bewirken.

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