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Rind

Trichophytie

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Bedeutung

Die Rindertrichophytie ist die bedeutendste Hautpilzerkrankung bei Rindern. Sie hat zudem auch eine Bedeutung als Zoonose.

Während in Deutschland rund 35 - 40% der Betriebe betroffen sind, konnte in Norwegen die Rate durch die Einführung einer flächendeckenden konsequenten Impfung von 70% auf 0% nach nur 5 Jahren verringert werden.

Die Rindertrichophytie (Glatzflechte) ist eine hoch ansteckende Pilzinfektion der Haut. In über 99 % der Fälle wird bei der Rindertrichophytie der Erreger Trichophyton verrucosum nachgewiesen. Es handelt sich dabei um eine Zoonose, das heißt, der Erreger ist vom Tier auf den Menschen übertragbar und umgekehrt.

Kuh von vorne in ihrer Bucht

Risikofaktoren

Bereits kleinste Verletzungen können zu einer Infektion führen. Mensch und Tier stecken sich mit dem Erreger durch gegenseitigen Kontakt an oder über Kontakt zu sporenhaltiger Stalleinrichtung und Gerätschaften wie Tränken und Bürsten im Stall. Im feuchtwarmen Milieu eines Stalles vermehrt sich der Hautpilz besonders gut. Die Rindertrichophytie kommt aber auch bei Tieren auf der Weide vor, wobei Umweltfaktoren, saisonale Einflüsse sowie das Alter der Tiere für die Entstehung und Entwicklung der Rindertrichophytie nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Pilzsporen bleiben in der Umwelt über Jahre hinweg infektiös. Deshalb stellen sie auch eine permanente Gefahr für die Rinderbestände dar.

Klinik

Charakteristisch für die Trichophytie sind die hirsekorngroßen, leicht gewölbten Hautbezirke mit gesträubten Haaren, die sich zu 1-Euro-Stück großen, kreisrunden, haarlosen Stellen mit Schuppen und Borken entwickeln. Bei weiterer Ausbreitung gehen die haarlosen Stellen ineinander über und können sich über den ganzen Körper verteilen.

Erste sichtbare Hautveränderungen einzelner Tiere sind immer nur der Indikator dafür, dass weitere Tiere im Rinderbestand bereits mit dem Hautpilz infiziert sind.

Zwischen der Infektion der Tiere und den ersten sichtbaren Hautveränderungen können 1 - 2 Monate liegen.

Die Trichophytie kann zudem einen negativen Einfluss auf die Leistung der Tiere haben: schlechte Entwicklung bzw. Mastleistung bei Kälbern und Mastrindern sowie verminderte Milchleistung bei Kühen. Besonders herauszuheben sind bleibende Schäden der Haut, die beim Gerben deutlich sichtbar werden und die Lederqualität extrem mindern.

Die Rindertrichophytie ist die bedeutendste Hautpilzerkrankung bei Rindern. Sie hat zudem auch eine Bedeutung als Zoonose.

Prophylaxe

Bei der Rindertrichophytie kann die Impfung therapeutisch durchgeführt werden. Deshalb sollten in Problembeständen nicht nur sichtbar erkrankte Tiere, sondern immer die gesamte Herde geimpft werden. Bestandsimpfungen in therapeutischer Dosis lassen die Erkrankung in infizierten Herden relativ schnell abheilen. Eine belastbare Immunität ist in der Regel ca. 4 Wochen nach der zweiten Impfung aufgebaut. Das bedeutet, dass Tiere, die bislang noch keine Hautveränderungen zeigen, aber bereits infiziert sind und während der Inkubationszeit geimpft werden, zwar eine Immunität aufbauen, aber zunächst dennoch klinische Symptome zeigen können. Durch Impfung und gezielte Desinfektionsmaßnahmen lässt sich die Infektionskette sicher unterbrechen.

Kuh mit Kalb auf einer Weide

Um einen Bestand vor der Trichophytie zu schützen, sollte die Impfung in dem Bestand lückenlos durchgeführt werden, d.h. es müssen alle Tiere des Bestandes geimpft werden. Insbesondere Trichophytie-Lebendimpfstoffe sind gut geeignet, da sie zu einer dauerhaften und lang anhaltenden Immunität führen. Impfungen können in allen Altersgruppen - vom neugeborenen Kalb bis zur hochtragenden Kuh - durchgeführt werden.

Trichophytie-freie Bestände werden durch eine prophylaktische Impfung aller Zugänge (neugeborene Kälber und Zukäufe) vor Neuinfektionen am besten geschützt. Die Impfung erfolgt 2-mal intramuskulär im Abstand von 10-14 Tagen. Die Immunität geimpfter Tiere bildet sich innerhalb von 4 Wochen nach der zweiten Impfung vollständig aus.

Um das Immunsystem noch effektiver zu stimulieren, kann bei therapeutischer Anwendung eine dritte Impfung in der gleichen Dosis 10 Tage nach der zweiten Impfung erforderlich sein.

Eine Wartezeit für Milch und essbares Gewebe besteht nicht!

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