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Rind

Salmonellose

Bedeutung

Die Rindersalmonellose ist eine anzeigepflichtige Zoonose, die nach der Rinder-Salmonellose-Verordnung geregelt wird.

Rindersalmonellose besitzt als Zoonose eine große Bedeutung, da sie nicht nur die Tiergesundheit, sondern auch die menschliche Gesundheit gefährden kann. Daher ist bereits der Verdacht einer Infektion oder Erkrankung beim Rind laut Tiergesundheitsgesetz anzeigepflichtig.

Das weitere Vorgehen ist in der Verordnung zum Schutz gegen die Salmonellose der Rinder (Rinder-Salmonellose-Verordnung) geregelt. U.a. wird der betroffene Bestand umgehend gesperrt, die betroffenen Tiere des Bestandes oder des betroffenen Teilbestandes sind an ihrem Standort von allen anderen Tieren umgehend zu isolieren und dürfen nicht aus dem Bestand verbracht werden. Die Milch der betroffenen Tiere ist unschädlich zu beseitigen oder aufzukochen und im eigenen Betrieb zu verfüttern. Die Milch der übrigen Kühe des Bestandes oder des betroffenen Teilbestandes ist entweder vor der Verfütterung aufzukochen oder an Sammelmolkereien abzugeben. Die Stallungen, Weiden und Gerätschaften sind nach Anweisung des beamteten Tierarztes zu reinigen und zu desinfizieren.

Es werden vier Verlaufsformen der Salmonellen-Infektion unterschieden:

  • akute Septikämie
  • akute Enterocolitis
  • chronische Enterocolitis
  • klinisch inapparente Ausscheidung (aktive, latente oder passive Träger).

Erreger

Salmonellen gehören zu den Enterobacteriaceae. Die wichtigsten Serovare sind S. Dublin und S. Typhimurium.

Die Rindersalmonellose wird durch Bakterien der Familie Enterobacteriaceae verursacht, und zwar hauptsächlich durch das stark an die Tierart Rind adaptierte Serovar Salmonella (S.) Dublin und durch das bei allen Tierarten und dem Menschen vorkommende Serovar S. Typhimurium.

Es können aber auch noch andere Salmonella-Serovare Bedeutung erlangen. In den letzten Jahren konnte etwa die Hälfte der Ausbrüche auf S. Typhimurium zurückgeführt werden, ca. 30 % der gemeldeten Ausbrüche entfielen auf das S. Dublin (Methner 2005).

Rinderherde von vorne im Freien

Für die Verbreitung der Salmonellen spielen infizierte Tiere, die nicht sichtbar erkranken und Tiere, die eine Salmonellose überstanden haben, die größte Rolle. Mit ihrem Kot scheiden sie die Bakterien unerkannt aus. Zum Nachweis von Dauerausscheidern ist eine 3malige bakteriologische Kotuntersuchung im Abstand von jeweils 14 Tagen notwendig.

Die Infektion auf andere Rinder erfolgt bei Kontakt mit diesem Kot, über verunreinigtes Futter und verschmutzte Gerätschaften. Weiden und Feldfutterflächen werden durch Dung, Gülle bzw. Abwasser kontaminiert, über sie schließt sich die Infektionskette zu bisher nicht infizierten Rinderbeständen. Aber auch Nagetiere und Wildvögel wie Möwen und Krähen können die Salmonellen verbreiten, ebenso wie Haustiere.

Prophylaxe

Die Impfung gegen die Rindersalmonellose sollte besser prophylaktisch als nach der Feststellung durchgeführt werden.

Die Ziele der Immunisierung gegen die Rindersalmonellose sind die Reduktion von

  • klinischer Symptomatik
  • Mortalität und
  • Erregerausscheidung

Grundsätzlich sollten Impfungen gegen Rindersalmonellose prophylaktisch durchgeführt werden, um die Widerstandsfähigkeit der Tiere gegen eine Infektion zu erhöhen.

Kuh mit Kalb auf einer Weide

In der Praxis wird die Immunisierung jedoch in vielen Fällen erst nach Feststellung der Rindersalmonellose in einem Bestand durchgeführt. Der prophylaktische Einsatz von Salmonella-Impfstoffen ist insbesondere in Gebieten zu empfehlen, in denen bestimmte Serovare endemisch auftreten und wiederholt Salmonelloseausbrüche verursachen.

Bei Verzicht auf prophylaktische Impfungen führen die wiederholten Salmonelloseausbrüche zu unnötigen wirtschaftlichen Belastungen der betroffenen Rinderbestände.

Zur Impfung von Rindern und Kälbern gegen die Salmonellose stehen von der IDT Biologika GmbH sowohl zugelassene Lebendimpfstoffe als auch inaktivierte Impfstoffe zur Verfügung.

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