Tiergesundheits-News

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20.10.2017H7N9 könnte für nächste Influenza-Pandemie verantwortlich sein

Das Geflügelpestvirus vom Typ H7N9 scheint ein möglicher Kandidat für eine zukünftige Grippeepidemie zu sein. Dies geht aus Untersuchungen an der Universität Tokio hervor, die in der Zeitschrift Cell veröffentlicht wurden. Der Erreger tauchte erstmals im Jahr 2013 in China auf. Mittlerweile sind mehr als 1.600 Menschen an dem Virus erkrankt. Grundsätzlich ist das Auftreten aber von Grippeviren nicht ungewöhnlich. Was den Forschern bei diesem Virus aber Sorgen macht ist, dass es während der Infektionszüge der letzten Jahren offenbar erfolgreich Anpassungen an das Säugetier durchgemacht hat. Mittlerweile ist das Virus von Säugetier zu Säugetier übertragbar und kann sich auch effektiv in menschlichen Zellen vermehren. Das aktuell analysierte Virus ist inzwischen ein hoch pathogenes Virus. Bei den Zügen der vergangenen Jahren war es noch als gering pathogen eingeschätzt worden. Versuche zeigten, dass das Virus von Frettchen zu Frettchen recht leicht übertragbar ist und die Erkrankung in der Regel tödlich endete. Neben dieser hohen Infektiösität fanden die Forscher auch Stämme, die gegen Grippemedikamente resistent waren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass irgendwann eine Variante entsteht, die die hoch pathogenen Eigenschaften des Virus und die Resistenz in sich vereint. Dieses Virus besitzt dann großes Potential, eine Pandemie auszulösen.

Cell
Kategorie: Tierarzt,Landwirt,Tierhalter

20.10.2017Mutation für Bandscheibenerkrankungen bei kurzbeinigen Hunden verantwortlich

Seit langem ist bekannt, dass kurzbeinige Hunderassen viel häufiger an Bandscheibenerkrankungen wie der Intervertebral Disc Disease (IVDD) leiden. Die Ursache dafür war bisher unbekannt. Wissenschaftler der University of California in Davis haben eine Mutation identifiziert, die offenbar für die Erkrankung mit verantwortlich ist. Denn diese Mutation ist für eine Chondrodystrophie verantwortlich. Diese führt letztlich zu kürzeren Beinen und abnormen Bandscheiben. Hunde mit (IVDD) weisen diese Mutation 50-mal häufiger auf als Tiere ohne die Erkrankung. Dies deutet auf einen starken Zusammenhang zwischen der Mutation und der Erkrankung hin. Die Forscher erhoffen sich von dieser Erkenntnis auch, dass das Risiko von Hunden, an der IVDD zu erkranken, reduziert werden kann, wenn Hunde, die die Mutation in sich tragen, frühzeitig identifiziert werden können.

University of California Davis
Kategorie: Tierarzt,Landwirt,Tierhalter

19.10.2017Zuchtprogramm zur Rettung der Saolas notwendig

Bei dem Saola handelt es sich um eine Huftierart, die endemisch im Annamitengebirge zwischen Vietnam und Laos vorkommt. Die Art ist in den letzten Jahren extrem dezimiert worden und akut vom Aussterben bedroht. Gab es im Jahr 2015 noch rund 100 Tiere in freier Wildbahn, so hat sich die Zahl seitdem weiter verringert. Mittlerweile geht man davon aus, dass nur noch einige Tiere in der Region vorkommen. Hauptbedrohung für die Art, die erst vor 25 Jahren entdeckt wurde, ist u.a. der florierende Handel mit Wildfleisch in Indochina. Wissenschaftler unter Beteiligung des Leibniz- Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gehen davon aus, dass die Art nur noch mit Hilfe eines Zuchtprogramms gerettet werden kann. Dazu müssten aber Tiere eingefangen werden, was die Forscher vor weitere Herausforderungen stellt. Denn die letzte bestätigte Sichtung eines Saolas stammt bereits aus dem Jahr 2013. Damals war ein Tier in eine Fotofalle gegangen. „Am wichtigsten ist jetzt das Fangen der letzten Saolas und ihre Unterbringung in eine geschützte Zuchteinrichtung, gut ausgestattet und von internationalen Experten geleitet. Nur so können wir diese geheimnisvolle Art vor dem Aussterben bewahren“, sagt William Robichaud, Koordinator der Saola Working Group

IZW Berlin
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19.10.2017Laut BGH-Urteil sind Regelungen beim Verkauf von Pferden nicht vom Preis abhängig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einer aktuellen Entscheidung festgelegt, dass es beim Verkauf von Pferden keine Sonderregelungen in Abhängigkeit von der Höhe des Kaufpreises gibt. Die Regeln sind für alle Pferde unabhängig vom Preis gleich. Im aktuellen Fall ging es um ein Dressurpferd, dass ein Käufer von einem Reitlehrer für 500.000 Euro erworben hatte. Der Käufer hatte das Pferd für Grand-Prix-Prüfungen einsetzen wollen. Der Reitlehrer hatte das Pferd ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt. Alleine daran machte das Gericht bereits eine Entscheidung fest. Da der Reitlehrer des Pferd nur privat genutzt hatte, handelte es sich auch nicht - trotz des hohen Preises - um einen gewerblichen Verkauf und der Käufer konnte sich nicht auf die Beweislastumkehr berufen. Die konkreten Probleme de Pferdes zeigten sich auch erst nach dem Kauf. So soll das Pferd gelahmt und unter Schmerzen gelitten haben. Zudem habe es sich dem Reiter widersetzt. Eine Röntgenuntersuchung förderte dann einen Befund an der Halswirbelsäule zu Tage. Allerdings geht der gerichtliche Gutachter nicht davon aus, dass dieser Befund für die Probleme verantwortlich ist oder jemals sein wird. Der BGH stellt fest, dass man als Käufer nicht erwarten darf, dass man ein Pferd ohne physiologische Abweichungen erwerben kann. Das "perfekte" Pferd gibt es nicht. Auch der Kaufpreis spielt hier letztlich keine Rolle. Deshalb und auf Grund der Meinung des Gutachters lehnt der BGH die Begründung des Käufers ab. Eine Haftung des Verkäufers wäre dann möglich, wenn die Probleme bereits beim Verkauf des Tieres vorhanden waren. Die Klärung dieser Fragen ist noch offen und wird an das Berufungsgericht verwiesen.

BGH
Kategorie: Tierarzt,Landwirt,Tierhalter

19.10.2017Einstiegsgehalt für Assistenten von 3.500 Euro gefordert

Der Bund angestellter Tierärzte (BaT) e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung eine Forderung nach Einstiegsgehältern für Praxisassistenten aufgestellt, die deutlich höher liegen als die Empfehlungen anderer Berufsverbände. Der Verband fordert ein Einstiegsgehalt von 3.500 Euro. Nach sechs Monaten soll das Gehalt auf 3.870 Euro steigen. Damit liegt der Verband 1.300 bzw. 900 Euro über dem, was der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und die Bundestierärztekammer (BTK) empfehlen. Auch bei den Gehältern ab dem siebten Monat liegen bpt mit 2.600 und BTK mit 3.038 Euro deutlich unter der Forderung des BaT.

BAT e.V.
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19.10.2017EU will Einfangen von Wölfen mit Tellereisen gestatten

Grundsätzlich ist der Wolf streng geschützt und darf nicht bejagt oder eingefangen werden. Um mehr über den Wolf zu erfahren, kann es aber sinnvoll sein, Tiere einzufangen, um diese z.B. mit einem Peilsender auszustatten und so mehr über die Wanderungsbewegungen und den Lebensraum der Tiere zu erfahren. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) hat sich dafür bei der EU eingesetzt und die Zusage erhalten, dass die Kommission dem Einfangen von Wölfen mit sogenannten "Soft Catch Traps" zustimmen wird. Dabei handelt es sich um Tellereisen, deren Bügel gepolstert sind. So sollen die Wölfe festgehalten werden, ohne dass ihnen Verletzungen zugefügt werden. Grundsätzlich ist der Einsatz von Tellereisen aus Tierschutzgründen in der EU eigentlich verboten. Für diesen besonderen Einsatz und diese besonderen, modifizierten Eisen soll es eine Ausnahmegenehmigung geben. Minister Schmidt forderte zudem eine einheitliche und rechtlich sichere Regelung zur Entnahme von sogenannten Problemwölfen. Die EU-Kommission will die Leitlinien zum Artenschutz überarbeiten und dabei auch die sächsischen Erfahrungen mit einfließen lassen.

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
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18.10.2017Domestikation hat Teamfähigkeit der Hunde nicht verbessert

Eigentlich ging man davon aus, dass die Kooperationsfähigkeit bei Haushunden durch die Zucht besser ausgeprägt ist als bei Wölfen. Denn genau auf solche Punkte war ja bei der Zucht auch Wert gelegt worden. Am Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna wollte man diese Frage in einem Versuch klären und musste feststellen, dass der Wolf dem Hund in Sachen Teamwork überlegen ist. Hunden gelang es nicht zusammenzuarbeiten, wenn dies notwendig war, um an Futter zu gelangen. Wölfen gelang dies hingegen problemlos. Grundsätzlich sind Hunde zwar teamfähig und können zusammenarbeiten. Allerdings muss dies den Tieren im Rahmen der Erziehung vom Menschen beigebracht werden. Von sich aus sind Hunde eher Einzelkämpfer. Denn auch freilebende Hunde ziehen im Gegensatz zu Wölfen ihre Jungen vornehmlich alleine auf und gehen auch hauptsächlich alleine auf die Jagd. Wölfe dagegen jagen gemeinsam und gehen gemeinsam auf die Jagd.

Vemeduni Vienna
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18.10.2017EFSA empfiehlt Maßnahmen in Hinblick auf die kommende Geflügelpestsaison

Das Geflügelpestvirus wird vermutlich am ehesten durch Wild lebende Zugvögel, die die nordöstliche und östliche Grenze der Europäischen Union überqueren, in die EU eingeschleppt. Das geht aus einem Sachverständigenbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor, in dem sie auch wissenschaftliche Empfehlungen geben, um das Risiko der Einschleppung der Tierseuche zu reduzieren. Die Einschätzungen der Sachverständigen basieren auf einer eingehenden Auswertung aller Informationen, die über Ausbrüche der Vogelgrippe in den vergangenen Jahren vorliegen. Eine der Hauptempfehlungen ist, tot aufgefundene Wasservögel den lokalen Veterinärbehörden zu melden – insbesondere während der Grippesaison. Außerdem sollten in Gefangenschaft lebende Wasservögeln wie Enten und Gänsen auf das Virus untersucht werden. Weiterhin sollten die Geflügelhalter die Biosicherheitsmaßnahmen erhöhen. Hierzu zählt etwa das Verhindern von direktem Kontakt zwischen wild lebenden Wasservögeln und Geflügel sowie die Vermeidung des Transports von Tieren zwischen Betrieben.

EFSA
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18.10.2017Wolfshybriden in Thüringen nachgewiesen - Abschuss der Tiere geplant

In Thüringen wurde zweifelsfrei festgestellt, dass es sich bei dem Nachwuchs der Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf um Hybride aus Wolf und Hund handelt. Diese "Mischlinge" sollen aus der Population entnommen werden, wie das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz mitteilt. Die Grundlage dafür legt der Wolfsmanagementplan aus dem Jahr 2013. Darin wurde bereits festgelegt, dass solche Hybriden entnommen werden müssen. Grundsätzlich ist dabei sowohl das Einfangen als auch der Abschuss der Tiere möglich. In diesem Fall wird aber vom Bundeskompetenzzentrum Wolf der Abschuss der Tiere empfohlen. Grundsätzlich soll mit der Entnahme von Hybriden verhindert werden, dass*der genetische Zustand der wildlebenden Wolfspopulation durch das Einbringen von Hundegenen verändert und die Überlebensfähigkeit der Tiere eingeschränkt wird, da Wölfe besser an das Überleben in freier Wildbahn angepasst sind als Haushunde. Die Pläne zur Entnahme beziehen sich nur auf Hybriden. Die Wölfin selbst soll nicht entnommen werden. Allerdings weist das Ministerium daraufhin, dass sich das Tier in einem so großen Gebiet nicht vollständig von Hunderüden abschirmen lässt. Allerdings seien hier alle Hundehalter aufgefordert, ihre Hunde nicht unbeaufsichtigt zu lassen und so das Risiko zu minimieren.

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
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18.10.2017Genehmigung für Bau einer Schweinemastanlage in Brandenburg von Gericht zurückgenommen

Bereits seit knapp 15 Jahren plant ein Investor im brandenburgischen Haßleben den Bau einer großen Schweinemastanlage. Ursprünglich war von 80.000 Mastplätzen ausgegangen worden. Im Jahr 2013 hatten das zuständige Landesumweltamt dann die Genehmigung für den Bau einer Anlage mit "nur" 37.000 Mastplätzen genehmigt. Gegen diese Genehmigung waren Anwohner und Umweltverbände vor Gericht gezogen. Das Verwaltungsgericht Potsdam hat die Genehmigung am Montag aufgehoben. Bereits bauplanungsrechtliche Gründe sprächen nach Ansicht des Gerichtes gegen den Bau der Anlage. In Haßleben gab es bereits zu DDR-Zeiten eine große Schweinemastanlage. Damals hatte die Anlage, die im Jahr 1991 geschlossen wurde, mehr als 100.000 Mastplätze.

Märkische Allgemeine Zeitung
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