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Schwein

Ödemkrankheit

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Bedeutung

Der weltweit bisher einzige zugelassene Impfstoff reduziert die klinischen Symptome, Verluste sowie den Antibiotikaverbrauch.

Die Ödemkrankheit oder Colienterotoxämie ist eine weltweit verbreitete, verlustreiche Infektionskrankheit, die vorzugsweise bei Ferkeln während der ersten beiden Wochen nach dem Absetzen vom Muttertier auftritt. Oft erkranken die am besten entwickelten und schwersten Tiere. Es können aber auch ältere Tiere bis in die Vormast betroffen sein.

Prävalenzstudien weltweit lassen den Schluss zu, dass in etwa jedes 10. Ferkel betroffen ist. Je nach Vorselektionsgrad des Probenmaterials gelingt der Nachweis von Shigatoxin deutlich häufiger.

Während die Ödemkrankheit in der Vergangenheit nur mit Futterrestriktionen und durch die Gabe von Antibiotika und/ oder Zinkoxid behandelt werden konnte, steht seit April 2013 ein Ferkelimpfstoff zur Einmalimpfung ab dem 4. Lebenstag (1 ml) zur Verfügung. Dieser schützt die Tiere ab dem 21. Tag nach der Impfung und bis zum 105. Tag nach der Impfung.

Die Impfung schützt somit nicht nur die Tiere vor den fatalen Auswirkungen der Ödemkrankheit, sondern leistet darüber hinaus durch die Verringerung des Antibiotika- und Zinkoxideinsatzes einen aktiven Beitrag zum Verbraucherschutz!

FerkelFerkel nach dem Absetzen

Ältere SchweineÄltere Tiere – am Übergang zur Vormast

Shigatoxin in jedem 3. E. coli Isolat mit hämolysierender Aktivität von Ferkeln mit Absetzdiarrhoe (PWD).*

Diagramm Häufigkeit Shigatoxin

LT = hitzelabiles Enterotoxin
ST = hitzestabiles Enterotoxin

*und in 19 % aller Isolate von Ferkeln mit Absetzdiarrhoe (PWD) bei 194 untersuchten Proben

Erkrankungen hervorgerufen durch pathogene E. coli stellen eines der wichtigesten Probleme in der Schweinproduktion dar.
Der Nachweis von Virulenz- und Adhäsionsfaktoren unterstützt eine differenzierte Diagnose und damit den Einsatz einer gezielten Prophylaxe.

Abbildung nach Sting und Sternmann, Dtsch. Tierärztl. Wschr. 115, 231-238,2008

Krankheitsursachen

Die Symptome werden durch das von bestimmten E.coli-Stämmen (STEC) gebildete Shigatoxin Stx2e verursacht.

Als synonymer Begriff für Shigatoxin wird auch „Verotoxin“ verwendet. Die pathogenen STEC werden von den Ferkeln oral aufgenommen und gelangen in den Dünndarm, wo sie sich mit Hilfe ihrer Fimbrien an die Zellen der Darmwand anheften und vermehren.

Dabei geben sie das Shigatoxin in das Darmlumen ab, von wo es durch die Darmwand in die Blutbahn gelangt und in der Folge erhebliche Schäden an Blutgefäßen und Organen verursacht. Die Ödeme entstehen durch den Austritt von Flüssigkeit aus den zerstörten Wänden der Blutgefäße.

Verlaufsschema einer Ödemerkrankung

Die Impfung induziert die Bildung neutralisierender Antikörper gegen das Shigatoxin. Dadurch werden die gefürchteten Gefäß- und Organschäden verhindert.

Risikofaktoren für die Anheftung und Vermehrung von STEC/ Ausbruch der Ödemkrankheit:

  • Futterumstellung, besonders nach dem Absetzen oder zum Eintritt in die Mast
  • Ungünstiges Tier/Fressplatzverhältnis
  • Anbruch einer neuen Futtercharge
  • Zu hohe Pufferkapazität des Futters
  • Mangelnde Durchsäuerung des Futterbreis im Magen
  • Stress nach Umstallung (Rangordnungskämpfe, zu hohe oder zu niedrige Umgebungstemperatur)
  • Transporte
  • Absetzen von Antibiotika und/ oder Zinkoxid

Ein beträchtlicher Anteil der STEC bildet neben dem Shigatoxin zusätzlich noch Enterotoxin, weshalb es in manchen Betrieben unmittelbar nach dem Absetzen zu Diarrhoe kommt, im Verlauf der Aufzucht dann aber hohe Verluste durch die Ödemkrankheit auftreten.

Krankheitssymptome

Sind erst einmal klinische Symptome der Ödemkrankheit aufgetreten, kommt eigentlich jede Behandlung zu spät.

Das Shigatoxin zählt zu den potentesten natürlich vorkommenden Giften und zerstört die Wand der feinen Blutkapillargefäße. Dadurch kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe. Besonders betroffen sind Darm, Unterhaut und Gehirn. Die Folge sind Ödeme an Augenlidern, Nasenrücken und Darm/ Mesenterien. Weiterhin zeigen die Tiere Krämpfe, Lähmungen und Ruderbewegungen in Seitenlage in Folge neurologischer Ausfallerscheinungen.

Bilden die aufgenommenen E. coli außerdem noch andere Enterotoxine, werden auch Durchfall und Dehydratation beobachtet. Allerdings sind -je nach Toxindosis- auch perakute Krankheitsverläufe zu beobachten. In diesem Fall kommt es zu plötzlichen Todesfällen, auch ohne die typischen Ödeme. Überleben die Tiere die Erkrankung, bleiben sie in der weiteren Aufzucht als Kümmerer hinter den Leistungen ihrer Buchtengenossen zurück.

Es können folgende Krankheitsverläufe beobachtet werden:

  • Subakut bis akut
  • Protrahierter Verlauf
  • Wellenförmiges, sporadisches Auftreten
  • Erhöhte Verluste über einen längeren Zeitraum

Schweine mit LidödemenSchweine mit Lidödemen

Flüssigkeitsansammlung am Darm bei einer ÖdemkrankheitFlüssigkeitsansammlungen im Darm, verursacht durch Shigatoxin

Diagnostik

E. coli sicher und differenziert diagnostizieren – mit dem STEC-CHECK von IDT

Der Nachweis auf Shigatoxin-bildende E. coli wird bereits von einigen Laboren durchgeführt (z.B. vom Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der Justus-Liebig-Universität Gießen). Dazu benötigt das Labor Kottupfer, native Kotproben oder nach der Sektion einen Dünndarmabschnitt von klinisch erkrankten Tieren.

Vom Labor werden bakteriologische Untersuchungen auf hämolysierende und nicht hämolysierende E. coli durchgeführt und molekularbiologische Analysen von bis zu sechs E.coli Isolaten je Einzelprobe auf die Gene für STx2e sowie relevante Enterotoxine und Anheftungsfaktoren vorgenommen.

Die Zeit ist reif!
Die IDT Biologika GmbH bietet Tierärzten und Landwirten, die den Shigatoxin-Status Ihres Bestandes wissen wollen, einen kostenlosen Diagnosegutschein an. Die Tierärzte des Technischen Service der IDT unterstützen Sie gerne auch beider Interpretation der Ergebnisse.

Hier können Sie den Diagnostikgutschein anfordern >>>

Und so läuft's:

Landwirt mit Laptop fordert Gutschein für STEC-Check an1. Fragen Sie Ihren zuständigen IDT-Gebietsleiter nach dem Gutschein für den STEC-CHECK. Sie finden den Gutschein auch unter www.shigatoxin.de

Kotprobe für STEC-Check wird genommen2. Senden Sie das Probenmaterial – am besten gekühlt – an die Universität Gießen

Testergebnis eines STEC-Checks3. Nach wenigen Tagen erhalten Sie die Testergebnisse. Die Kosten für die Untersuchung übernimmt IDT für Sie. Bei Fragen stehen Ihnen die Tierärzte des Technischen Services zur Verfügung

Behandlung

Der Therapieerfolg ist sehr unsicher. Daher sollte der Schwerpunkt auf der Prophylaxe liegen.

Bereits geringe Konzentrationen von Shigatoxin können zu irreparablen Gefäß- und Organschäden führen. Treten erste Anzeichen der Erkrankung auf, ist es für eine Therapie meist bereits zu spät.

Eine Behandlung von klinisch erkrankten Tieren kann mittels parenteraler Gabe von Antibiotika, Glukokortikoiden, Neuroleptika und Antihistaminika versucht werden, jedoch ist der Therapieerfolg sehr unsicher. Zudem birgt der Einsatz von Antibiotika auch einige Risiken:

  • Selektion von resistenten Stämmen
  • Deutliche Verschlimmerung der Symptome durch vermehrte Freisetzung von Shigatoxin
  • Massives Freisetzen des spezifischen Endotoxins in der Zellwand beim Absterben der E. coli

Folgen sind Schockreaktionen, Kreislaufversagen (Blaufärbung) und plötzliches Verenden der Tiere.

Schutzmaßnahmen

Zum Schutz vor der Ödemkrankheit steht der Einmal-Impfstoff ECOPORC SHIGA der IDT Biologika GmbH zur Verfügung.

Ferkel können ab 4 Tagen Lebensalter durch nur eine Impfung mit dem IDT Impfstoff ECOPORC SHIGA zuverlässig und tierfreundlich gegen die Ödemkrankheit geschützt werden. Bereits 21 Tage nach der Impfung haben die Ferkel genügend neutralisierende Antikörper gegen das Shigatoxin gebildet. Die Immunität hält mindestens bis zu 105 Tagen nach der Impfung an.

Die Vorteile der Impfung auf einen Blick sind:

  • Signifikant verringerte Verluste während der Aufzucht
  • Verkürzte Aufzuchtdauer
  • Weniger Kümmerer, homogenere Tiergruppen
  • Erhöhte durchschnittliche Tageszunahmen
  • Deutlich verringerter Einsatz von Antibiotika und Zinkoxid
  • Höherer Deckungsbeitrag pro Sau und Jahr

Die Impfung ist durch eine Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes nicht nur zeitgemäß und trägt zum Verbraucherschutz bei, sondern die Einmalimpfung rechnet sich für den Landwirt mehrfach.

Machen Sie selbst die Rechnung mit dem "ÖDEM-KOSTENCHECK" (Deckungsbeitragsrechner) von der IDT Biologika Tiergesundheit. Denn Ihre Betriebsdaten bzw. die Daten Ihrer Betreuungsbetriebe zählen!

Nichts ist so natürlich wie die eigene Immunität! Fördern Sie die Abwehr gegen die Ödemkrankheit aktiv durch Impfung.

Nach einer One-Shot Impfung neutralisieren Antikörper das Shigatoxin

Diagramm mit Vorteilen der Impfung gemessen in Anzahl betroffener Betriebe und Dauer der Antibiotikabehandlung

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